Nachdem sich das zweite Oracle Release Update des Jahres 2026 mehrfach verschoben hatte, konnten die lang erwarteten Patches schließlich Ende April beziehungsweise Anfang Mai endlich heruntergeladen werden. Doch schon der Weg dorthin zeigte einmal mehr: Oracle macht es Administratoren nicht immer leicht.
Kurz vor Veröffentlichung hatte Oracle erneut Änderungen an der Support-Seite vorgenommen. Dadurch war es zunächst gar nicht so einfach, die richtigen Seiten und Downloads zu finden. Besonders irritierend: Der bisher bekannte Patch Wizard half diesmal nicht weiter. Dort endete die Auswahl bei 19.30 beziehungsweise 19.29 – eine Version 19.31 war schlicht nicht vorhanden.
Der Grund scheint zu sein, dass Oracle diesen Bereich nicht mehr weiter pflegt. Stattdessen führt der Weg nun ausschließlich über den Menüpunkt „Patches“. Wer die alte Oracle-Supportseite noch kennt, erinnert sich vermutlich an die oft mühsame Suche nach den richtigen Downloads – wenig intuitiv, selten elegant und häufig frustrierend.
Mit der aktuellen Version der Support-Seite hat sich das allerdings deutlich verbessert.
Der neue Weg zum Patch
Der Ablauf funktioniert inzwischen überraschend komfortabel:
- Über den Menüpunkt Patches das gewünschte Betriebssystem auswählen – in diesem Fall Linux x86-64.
- Anschließend die passende Software suchen – beispielsweise Oracle Database Enterprise Edition
- Danach die gewünschte Version eingeben– hier also 19.31.
- Nach einem Klick auf „Apply“ erscheint automatisch eine Liste aller verfügbaren Release Updates.

Dort finden sich unter anderem:
- Combo-Patches
- Release Updates für Datenbank und Clusterware
- Windows Patchsets
- Weitere zugehörige Komponenten
Wer die Ergebnisliste nach der Größe der Pakete sortiert, entdeckt ein echtes Highlight: Oracle stellt tatsächlich ein vollständiges Gold-Image für Oracle 19 bereit.

Das ist bemerkenswert, denn darin enthalten sind nicht nur:
- das aktuelle Release Update
- das aktuelle JDK
- die OJVM-Patches
- sowie die Clusterware,
sondern zusätzlich rund 30 weitere Patches.
Damit entfällt ein erheblicher Teil der bisherigen manuellen Nacharbeiten nach einer Installation oder einem Home-Patching.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings:
Das Data Pump Bundle Patch fehlt weiterhin. Warum genau, ist bislang unklar.
Installation mit AutoUpgrade
Das neue Gold-Image lässt sich hervorragend mit AutoUpgrade kombinieren.
Der Ablauf ist vergleichsweise einfach:
- Die ZIP-Datei in ein Patch-Verzeichnis entpacken
- AutoUpgrade starten
- Altes Oracle Home und neues Oracle Home angeben
- Patch- beziehungsweise Installationsprozess automatisch durchführen lassen
Das funktioniert erstaunlich reibungslos.
Auch spezielle Anforderungen lassen sich direkt integrieren. Beispielsweise kann über AutoUpgrade gleichzeitig Unified Auditing relinkt werden, sodass das klassische Auditing deaktiviert und vollständig auf Unified Auditing umgestellt wird. Zusätzlich wird automatisch ein Read-Only Oracle Home erzeugt.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Trotz kleiner Schwächen ist dieses neue Gold-Image ein großer Schritt nach vorne. Oracle erleichtert damit erstmals seit langer Zeit das Patchen und Aktualisieren von Oracle 19 deutlich spürbar.
Bleibt zu hoffen, dass es sich dabei nicht nur um eine einmalige Aktion handelt. Offiziell hat Oracle bislang keine Aussage dazu getroffen, ob zukünftige Release Updates ebenfalls als Gold-Images bereitgestellt werden.
Spannend wird das insbesondere vor dem Hintergrund der neuen monatlichen Critical Security Patch Updates. Sollte Oracle diesen Weg konsequent weitergehen, könnte theoretisch jeden Monat ein aktuelles Gold-Image erscheinen.
Das wäre tatsächlich einmal eine sehr erfreuliche Entwicklung für alle Datenbankadministratoren.
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